Nuklearmedizinische Diagnostik

Methoden:

Schilddrüsensprechstunde

Wir führen sämtliche Schilddrüsenuntersuchungen in unserer Praxis durch, die die überweisenden Kollegen per Überweisungsschein anfordern:

- SD-Szintigramm mit Uptake-Berechnung,
  SD-Sonographie und Bestimmung der SD-Hormone
- TRH-Test, ft4, ft3,Thyreoglobulin
- SD-Antikörper
- Suppressionsszintigraphie
- SD-Knotenpunktion unter sonographischer Sicht

Indikationen für Schilddrüsenszintigraphie:
- Knoten in der Schilddrüse
- Verdacht auf Überfunktion
- neu entdeckte Schilddrüsenüberfunktion
- Therapiekontrolle nach Radiojodtherapie
- Verdacht auf fokale Autonomieund deren Verlaufskontrollen

Radiopharmakon:
Technetium-Pertechnetat wird in Abhängigkeit von der Perfusion und der Intensität des regionalen Stoffwechsels angereichert. Pertechnetat verhält sich wie Jod und wird vorübergehend in die Schilddrüsenzellen aufgenommen. Somit erlaubt die quantitative Schilddrüsenszintigraphie die Beurteilung der thyreoidalen Jodaufnahme.  

Untersuchungstechnik:
Etwa 20 min. nach intravenöser Injektion von 70 MBq Tc-99m-Pertechnetat wird sitzend vor einer Gammakamera über 5 min. eine statische Aufnahme angefertigt.  

Patientenvorbereitung:
Bitte Voruntersuchungen anderer Institute und Medikamente mitbringen. Keine besondere Vorbereitung notwendig.

Den überweisenden Kollegen werden die kompletten Befundberichte mit einer Therapieempfehlung zugeschickt.

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Nierensequenzszintigraphie

mit seitengetrennter Clearancebestimmung  

Indikationen:

- Störungen der Nierenperfusion
- Tubulär-sekretorische Funktion
- Glomeruläre Filtration
- Funktionsbeurteilung vor Tumornephrektomie, bei Hydronephrose,
  bei Schrumpfnieren, bei Zystennieren, von Transplantatnieren,
  dystoper Nieren im Sitzen und im Liegen
- Abflussstörungen
- Vesiko-uretero-renale Refluxbestimmung
- Ausschluss einer renovaskulären Hypertonie

 

Radiopharmakon:
Zur Beurteilung der seitengetrennten tubulosekretorischen Funktion der Nieren wird MAG-3 ( Mercapto acetyl glycilglycin) mit Technetium 99m markiert. Zur Beurteilung der glomerulären Filtrationsleistung wird DTPA ( Diäthylen triamino pent aessigsäure) benutzt.

Untersuchungstechnik:
Liegend werden über einer Gammakamera dem Patienten 100 MBq Tc-99m MAG-3 iv injiziert. Sofort wird mit einer Aufnahmeserie über etwa 30 Minuten begonnen. Nach etwa 20 Minuten wird am anderen Arm Blut abgenommen.
Bei Verdacht auf Abflussstörungen wird eine forcierte Diurese durch iv-Gabe von Lasix eingeleitet.

Zum Ausschluss einer relevanten Nierenarterienstenose wird die Nierensequenzszintigraphie 1 Stunde nach Einnahme von 1 Tablette Captopril durchgeführt.

Patientenvorbereitung:
Checkliste Anmeldung Nierensequenzszintigraphie:

Captopril-Nierensequenzszintigraphie:
- Am Untersuchungstag keine Blutdrucktabletten einnehmen
- Bitte wenig essen, reichlich trinken
- Bitte alle Medikamente mitbringen
- Bitte Voruntersuchungen mitbringen
- Zeit mitbringen: ca 2 Stunden

Nierensequenzszintigraphie:
- Vorher wenig essen, reichlich trinken
- Bitte Medikamente mitbringen
- Bitte Voruntersuchungen (z.B. Röntgenbilder) mitbringen
- Zeit mitbringen: ca. 45 min.

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Szintigraphie des Knochens

Indikationen:
- Knochenmetastasensuche bei malignen Tumoren
  wie z.B. Mamma-Ca und Prostata-Ca
- V.a. maligne Knochentumoren
  wie z.B. Ewing-Sarkom und Osteosarkom
- benigne Knochentumoren wie Osteoid-Osteom
- V.a. Osteomyelitis
- V.a. Endoprothesenlockerung
- Z.n. Trauma bzw. Frakturennachweis
- rheumatische Erkrankungen, Arthritis
- aseptische Knochennekrosen wie Morbus Perthes  

Radiopharmakon:
Technetium-Phosphonat-Verbindungen wie z.B. Hydroxymethylen di phosphonat (HDP) oder Methylen di phosphonat (MDP) werden im Knochen in Abhängigkeit von der Perfusion und der Intensität des regionalen Knochenstoffwechsels angereichert.  

Untersuchungstechnik:
Je nach Fragestellung werden entweder in Drei-Phasentechnik, d.h. sofort nach intravenöser Injektion von 10 MBq/kg Körpergewicht Tc-99m-HDP, vor einer Gammakamera Sequenzaufnahmen bis zu 5 min. (und / oder Zwei-Phasentechnik) statische Frühaufnahmen der Weichteile 5 - 10 min. p.i. und statische Aufnahmen (auch Ganzkörperskelettszintigraphie) nach 2-4 h p.i. angefertigt. Um zu überlagerungsfreien Bildern zu gelangen, kann man auch Aufnahmen mit 2 rotierenden Köpfen einer Gammakamera anfertigen, d.h. eine SPECT ( single photon emissions tomography).

Patientenvorbereitung:
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinkmenge ca. 1 Liter zwischen der Injektion und der statischen Aufnahme der sogenannten Knochenphase.
Unmittelbar vor der Aufnahme ist es notwendig, die Blase zu entleeren.
Befunde und oder Bilder von Voruntersuchungen sind (z.B. Röntgenbilder, ggf. CT- oder MR-Bilder) mitzubringen.

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Myocardszintigraphie

Indikationen:
- Verdacht auf KHK
  (Ist eine Koronarangiographie notwendig?)
- Vitalität von Herzmuskelzellen nach einem Infarkt
- Therapiekontrolle nach Bypass-OP,
- Zur nicht-invasiven Therapie- und Verlaufskontrolle
  nach PTCA mit und ohne Stentimplantation

Radiopharmakon:
Wir benutzen Technetium-markierte myocardaffine Isonitrile ( Methoxy- iso butyl- isonitril = MIBI ), die sich nach intravenöser Applikation in Abhängigkeit von der Durchblutung im Herzmuskel anreichern.

Untersuchungstechnik:
Um die Myocardperfusion feststellen zu können, wird nach vorheriger ergometrischer Belastung (Fahrradergometrie) auf der höchsten Belastungsstufe eine i.v. Injektion von Tc-99m-MIBI gegeben. Im Falle einer pharmakologischer Belastung erfolgt die Injektion des Radiopharmakons nach einer Kurzinfusion von Adenosin über 6 Minuten.
Ca. 45 Minuten später wird unter einer rotierenden Gammakamera die Verteilung der Substanz im Herzmuskel gemessen. Die Aufnahmen werden EKG-getriggert, d.h. Gated-SPECT.
Es können so auch die LVEF, ED- und ES- Volumina bestimmt werden.
Je nach dem Befund der sogenannten Belastungsszintigraphie folgt an einem anderen Tag eine 2. Untersuchung in Ruhe.

Patientenvorbereitung:

  • Sie (außer Diabetiker) sollten nüchtern sein, d.h. spätestens 6 h vor der Untersuchung dürfen Sie eine leichte, fettarme und schnell verdauliche Mahlzeit zu sich nehmen.
  • Vor der Untersuchung nicht rauchen.
  • Bis zu 12 h vor der Untersuchung dürfen keine xanthinhaltigen Speisen oder Getränke wie z. B. schwarzer Tee, Kaffee, Schokolade, Cola-Getränke getrunken bzw. gegessen werden.
  • Bis zu 24 h vor der Untersuchung keine xanthinhaltigen Medikamente wie z.B. Theophyllin einnehmen.
  • Patienten, die Dipyridamol, ß-Blocker, Kalziumantagonisten, Digitalispräparate oder Nitrate einnehmen, sollten sie 24 h vor der Untersuchung absetzen, aber unbedingt mitbringen.
  • Bequeme Kleidung und Schuhe mitbringen.
  • Vorbefunde z. B. Herzkatheter-, Belastungs-EKG-, Echokardiographiebefunde mitbringen.
  • Für eine Reizmahlzeit kurz nach der Belastung sollten die Patienten ein belegtes Brot oder ein gekochtes Ei oder Schokolade oder Milch mitbringen.
Die Untersuchung nimmt insgesamt 2- 3 Stunden in Anspruch.

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Lungenszintigraphie

Indikationen:
- Ausschluss einer Lungenembolie
- Perfusionsbeurteilung präoperativ bei Bronchialtumor
- Verlaufskontrollen bei Lungenfibrosen
- Nachweis eines Rechts-Links-Shunt  

Radiopharmakon:
1. Ventilationsszintigraphie: Etwa 70 MBq Tc99m Aerosol-DTPA ( Diäthylen triamino pentaessigsäure) werden eingeatmet. Die Verteilung in den belüfteten Lungensegmenten kann mittels einer Gammakamera dargestellt werden.

2. Perfusionsszintigraphie: 74 MBq Tc99m-MAA ( mikro aggregierte Albuminpartikel) werden intravenös appliziert. Sie bleiben in den Kappillaren der Lunge hängen und verursachen somit vorübergehend Mikroembolien, die nicht hämodynamisch wirksam sind. So kann man regionale Blutzirkulationen in der Lunge darstellen.

Die Substanzen sind jederzeit in unserer Abteilung verfügbar.  

Untersuchungstechnik:
1. Kombinierte Inhalations- sowie Perfusionsszintigraphie der Lunge:

Für die Ventilationsszintigraphie wird vom Patienten radioaktive Luft aus einem Gerät über kurze Zeit eingeatmet. Anschließend werden Aufnahmen von mehreren Seiten der Lunge bzw. als SPECT angefertigt. Danach wird Tc99m-MAA für die 2. Untersuchung in eine Armvene gespritzt und nach ein paar tiefen Atemzügen werden erneut Aufnahmen von mehreren Seiten bzw. als SPECT angefertigt.

2. Perfusionsszintigraphie:
Es wird Tc99m-MAA dem liegenden Patienten in eine Armvene gespritzt und nach ein paar tiefen Atemzügen werden Aufnahmen von mehreren Seiten bzw. als SPECT angefertigt.  

Patientenvorbereitung: Ein aktuelles Röntgenbild (ggf. CT- oder MRH-Bilder) ist mitzubringen.

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